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Sundance

A Brave Horse

Die Erklärung zum indianischen Sonnentanz von Lame Deer spricht für sich selbst.
Der eigene Schmerz, den wir so sehr fürchten, kann uns dem sehr nahe bringen, was wir suchen..das ist meine Erfahrung, meine Verbindung zum Sonnentanz, der Tanz mit dem Leben, immer wieder und trotz allem was geschieht…

Tanzen, tanzen, tanzen, von morgens bis abends ohne Essen und Trinken, bis knapp vor dem Zusammenbruch…ziehen an einem Lederriemen, der an einem tief in Dein Fleisch versenkten Haken befestigt ist, bis Deine Haut sich dehnt und streckt und reisst, und Du schliesslich frei bist und das Blut über Deine Brust fliesst…

Während der fünfziger Jahre sperrten sie uns ein, wenn wir den Sonnentanz tanzten, bezeichneten es als Verbrechen, ein indianisches Vergehen.
Der Sonnentanz ist unsere älteste und feierlichste Zeremonie, der Grossvater aller anderen, wie mein Vater sie immer nannte. Sie ist so alt, dass ihre Ursprünge hinter Dunstschleiern verborgen liegen. Sie geht zurück in ein Zeitalter, da unser Volk weder Pferde noch Gewehre oder Messer besass, als es nur uns und die Erde, die Tiere, das Gras und den Himmel gab.
Der Sonnentanz wird von all unseren Riten am meisten missverstanden. Er ist weder eine Einführung ins Mannesalter noch eine Mutprobe. Der Sonnentanz ist ein Gebet und ein Opfer. Man nimmt als Erfüllung eines Traumes oder einer Vision daran teil.
Viele Leute schüttelt es, wenn ich ihnen diese Dinge erzähle. Doch die Idee, Schmerzen zu erleiden, damit andere leben können, sollte man nicht als merkwürdig empfinden. Betet Ihr nicht in Euren Kirchen zu einem, der durchbohrt wurde, ans Kreuz genagelt zum Wohle seines Volkes?
Der Unterschied zwischen dem weissen Mann und uns ist der: Ihr glaubt an die erlösende Kraft des Leidens, falls dieses Leiden von jemand anderem erduldet wird, weit entfernt, vor zweitausend Jahren.
Wir glauben, dass es an jedem von uns liegt, und gegenseitig zu helfen, selbst durch den Schmerz unserer Körper. Schmerz ist für uns nichts Abstraktes sondern sehr wirklich. Wir legen diese Bürde nicht unserem Gott auf.

Beim Fasten an der Spitze des Hügels oder beom Zerreissen unseres Fleisches während des Sonnentanzes erleben wir die plötzliche Einsicht, kommen wir dem Innersten des Grossen Geistes am nächsten.
Diese Einsicht lässt sich nicht billig gewinnen, und wir wollen weder einen Engel noch einen Heiligen, der sie für uns erringt und sie uns dann aus zweiter Hand überlässt.”

-Lame Deer-

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. April 2006 in der Kategorie Hommage, Sundance. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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