Words

waldgeflüster
Es regnet, aber
es ist nicht kalt.
Ich sitze still, zusammengekauert auf einem Baumstamm und lausche dem
Flüstern des Waldes.
Dem Rauschen, das der Wind verursacht, dem Knacken eines Astes, den
herabfallenden Tropfen, die auf meinen Kopf klatschen, von der Regenjacke
abprallen oder dumpf auf den Waldboden fallen und versickern.
Das Flüstern des Waldes formt sich in meinen Gedanken um zu Worten, zu Sätzen.
Ich muss die Augen schliessen um sie nicht zu verdrängen.
Es sind leise Mahnungen, Aufforderungen, den Kopf zu leeren, abzustossen.
Tief einzuatmen und es dann ausstossen, das Gefühl, gehetzt zu sein, bedrängt zu sein, das Gefühl, keine Zeit zu haben, das Gefühl, zu wenig Luft zu haben zum atmen..
Der Wald duftet wunderbar..nach Regen, nach Moos, nach Erde.., nach
Blättern und Borke..
Und beim Ausatmen kommt noch viel mehr..
Ich kann es kaum beschreiben.
Tränen der Trauer und Tränen der Freude, Erleichterung, Verbundenheit
mit diesen fremden Riesen um mich herum.
Tränen des Bedauerns, soviel verpuffte Energie, meine Bemühungen,
mein Leben so zu führen, wie es einem vorgeschrieben wird, es
allen recht machen zu wollen, in einen Sog gezogen zu werden, den alle
nur Stress nennen..
Ich versuche ihn auszuatmen, auszuspucken, ihn mir aus dem Leib zu schreien..
Ich atme den Wald ein.
Lausche seinem Flüstern.
Nehme seine Geschenke an.
Ruhe
Frieden
Freiheit..
Lass mich etwas davon mitnehmen.
Nach Hause
In den Alltag
...
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für Marion -